Schichtlinien bleiben sichtbar, so gut der Drucker auch eingestellt ist. Für die Hausnummer an der Straße oder den Griff in der Küche willst du eine glatte, farbige Fläche. Hier geht es vom rohen Druck zum lackierten Teil.
Erst entscheiden, ob Schleifen lohnt
Prüf, ob das Teil Nachbearbeitung braucht. Ein Kabelclip hinter dem Schreibtisch braucht keine. Eine Hausnummer an der Straße und ein Schrankgriff, den du täglich anfasst, schon.
Druck Schrift zweifarbig statt lackiert. Beim Schild mit zwei Zeilen und beim Schlüsselanhänger steht die Schrift 0,8 mm heraus; Schleifpapier trägt sie ab.
Knips Brim, Stützen und Fäden mit dem Seitenschneider bündig ab. Nicht tiefer als die Fläche, sonst füllst du die Kerbe später wieder auf.
Du hältst ein Teil ohne Stützreste in der Hand und weißt, welche Flächen glatt werden sollen.
Schleifen in vier Stufen, ab P400 nass
Körnung ist die Zahl auf dem Papier: P120 ist grob, P600 ist fein. Jede Stufe entfernt die Kratzer der vorigen, deshalb überspringst du keine.
Beginn mit P120 trocken auf dem Schleifklotz. Der Klotz hält die Fläche eben; mit den Fingern schleifst du Mulden. Schleif quer zu den Schichtlinien.
Wärme ab 55 °C. PLA wird weich und schmiert das Papier zu. Weniger Druck, Pausen, keine Maschine.
Wechsle zu P240, sobald keine Linie mehr glänzt. Bei Streiflicht siehst du die letzten Rillen.
Schleif ab P400 nass. Tauch das Papier ins Wasser und wisch den Schlamm alle 30 Sekunden ab. Nass bleibt das Papier offen und die Fläche kühl.
Schließ mit P600 ab und wasch das Teil mit Spülmittel. Schleifstaub unter dem Lack bleibt als Körnchen sichtbar.
Bei Streiflicht siehst du keine Schichtlinien mehr, die Fläche ist gleichmäßig matt.
Füllen und grundieren, bis nichts durchscheint
Füller ist eine dicke Grundierung, die feine Kratzer und Restlinien schließt. Spachtel schließt Löcher und Stützspuren.
Spachtle Löcher und Kerben dünn. Trocknen lassen, nachspachteln, so oft, bis die Fläche eben ist.
Sprüh Füller aus 20 cm Abstand in langen Bahnen. Zwei dünne Schichten statt einer dicken, sonst läuft er in Nasen.
Schleif den Füller mit P400 nass an. Wo Grau stehen bleibt, ist die Fläche eben. Wo der Druck durchkommt, füllst du nach.
Grundier mit einer Grundierung für Kunststoff. Auf blankem Kunststoff haftet Lack schlecht.
Die Fläche ist einheitlich grau, ohne durchscheinende Schichtlinien.
Lackieren in dünnen Schichten
Kleb Bohrungen und Passflächen mit Malerkrepp ab. Lack trägt auf, und eine Schraube passt danach nicht mehr durch ihr Loch.
Sprüh Acryllack in 2 bis 4 dünnen Schichten mit 20 bis 30 Minuten Pause. Kurze Bahnen: vor dem Teil anfangen, hinter dem Teil aufhören.
Versiegle mit 1 bis 2 Schichten Klarlack. Matt kaschiert Restlinien, Glanz zeigt sie.
Lass das Teil 1 Woche aushärten, bevor du es montierst. Ein Griff nach einem Tag nimmt Fingerabdrücke an.
Die Fläche ist gleichmäßig gedeckt, ohne Nasen und ohne Staubkörner.
Aceton glättet ASA und ABS, sonst nichts
PLA bleicht in Aceton aus und zerfällt in Flocken; PETG löst sich erst in Dichlormethan, das nicht in Hobbyhände gehört. ASA und ABS werden im Dampf glatt, die Hausnummer aus ASA ist der klassische Fall.
Nimm eine Box aus Polypropylen (PP) und lass den Deckel undicht. Aceton löst ABS-Boxen und macht PETG-Boxen trüb und spröde; eine dichte Box baut Druck auf.
Aceton-Dampf ist brennbar. Nichts erwärmen, keine Heizung in die Box, Box nie unbeaufsichtigt lassen.
Gieß 5 mm Aceton auf den Boden und stell das Teil auf ein Metallgitter einige Zentimeter darüber.
Lass ASA 15 bis 20 Minuten im Dampf, ABS 20 bis 40, und schau regelmäßig nach. Zu lange im Dampf verformt das Teil, und das bleibt so.
Lass das Teil mehrere Stunden unberührt stehen. Nach dem Dampf bleibt es stundenlang weich.
Die Fläche glänzt ohne Schichtlinien. Kanten sind runder als vorher, Passungen enger.
Wenn es nicht klappt
| Symptom | Ursache | Was tun |
|---|---|---|
| Papier setzt sich zu, Fläche wird glasig | PLA über 55 °C erwärmt | nass schleifen, weniger Druck, Pausen |
| Schichtlinien scheinen durch den Lack | Füller nicht angeschliffen oder zu dünn | P400 nass, zweite Füllerschicht |
| Lack läuft in Nasen | zu nah, zu lange auf einer Stelle | 20 cm Abstand, dünne Bahnen, Nase trocken mit P600 abschleifen |
| Lack blättert am Griff ab | keine Kunststoffgrundierung oder Fett auf dem Teil | mit Spülmittel waschen, grundieren, 1 Woche härten |
| Teil aus PLA wird im Aceton weiß und bröselig | PLA löst sich nicht, es zerfällt | PLA und PETG nie in Aceton, stattdessen schleifen |
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