Dein Schild kommt vom Drucker, und das „e“ ist ein Klecks? Text folgt denselben Regeln wie eine Wand: Er besteht aus Linien der Düse, und was schmaler ist als diese Linien, entsteht nicht.
Die Düse setzt die kleinste Strichstärke
Eine 0,4-mm-Düse legt Linien ab, die mindestens so breit sind wie die Düse, meist 0,4 bis 0,45 mm. Ein Strich braucht mindestens zwei solcher Linien nebeneinander, eine je Außenkante — rund 0,8 mm. Bei drei Linien wird der Strich stabil und bekommt eine glatte Oberseite.
Ist der Strich schmaler, muss der Slicer (das Programm, das dein Modell in Düsenwege zerlegt) entscheiden: eine einzelne dünne Linie ziehen, die oft abreißt, oder den Strich ganz weglassen.
Wie breit ein Strich ist, hängt von Größe und Schnitt der Schrift ab. Bei Inter Bold, der Schrift der Modelle hier, gilt:
- der dünnste Strich, der waagerechte Balken eines E oder H, misst etwa 17 % der Großbuchstabenhöhe
- der senkrechte Stamm eines I ist mit 20 % kräftiger
- bei 5 mm Höhe ergibt das 0,85 mm — zwei Linien
- bei 8 mm sind es 1,36 mm — drei Linien
- bei 3 oder 4 mm bleiben Bögen und Innenräume von e und a nicht mehr frei
Die Rechnung dahinter ist immer dieselbe: Mindeststrich gleich zwei Linienbreiten, Schrifthöhe gleich Mindeststrich geteilt durch den Anteil des dünnsten Strichs. Für eine fette Schrift mit 17 % ergibt das die Werte der Tabelle.
Erhaben bleibt scharf, graviert bleibt eben
Erhabene Schrift steht auf der Platte, gravierte Schrift ist eine Vertiefung. Der Drucker behandelt beide verschieden:
| Erhaben | Graviert | |
|---|---|---|
| Was die Düse druckt | jeder Buchstabe als kleine Wand mit eigenen Außenlinien | die Platte um die Buchstaben herum; Lücken statt Striche |
| Schärfe | bis an die Grenze der Düse | feine Innenräume (etwa im B) werden zu Inseln, die der Slicer gern verschluckt |
| Höhe oder Tiefe | 0,4 bis 1 mm reichen; zwei bis fünf Schichten werfen eine Kante | die Oberfläche bleibt eben, nichts ragt heraus, nichts bricht ab |
| Richtig für | kleine Schrift, alles aus der Nähe gelesen | große Schrift, Teile zum Abwischen, Schilder mit Farbfüllung |
Die Grenze liegt beim Loch: Erhabene Schrift braucht Striche von zwei Linien, gravierte braucht Lücken von mindestens einer Linienbreite plus Platz für die Wände daneben. Dieselbe Schrift wird graviert deshalb etwa eine Nummer größer als erhaben.
So wählst du Größe und Lage
Rechne den Mindeststrich aus: zwei Linienbreiten deiner Düse. Bei der 0,4-mm-Düse mit 0,4 bis 0,45 mm je Linie sind das rund 0,85 mm.
Teile ihn durch den Anteil des dünnsten Strichs. Bei einer fetten Schrift 17 %: 0,85 mm ÷ 0,17 = 5 mm Buchstabenhöhe.
Wenn die Schrift an einer senkrechten Wand steht, geh eine Stufe größer. Jede Schicht hinterlässt dort eine Treppenstufe.
Wenn du gravierst, geh noch eine Stufe größer. Lücken brauchen mehr Platz als Striche.
Das Schild mit Text beginnt darum bei 5 mm und prüft die Strichstärke. Der Kabelmarkierer geht nicht darunter, obwohl auf dem Fähnchen jeder Millimeter zählt. Bei der Hausnummer mit 70 mm und mehr spielt die Düse keine Rolle.
Zweifarbig ohne Wechsler
Zweifarbige Schrift braucht keinen Filamentwechsler. Erhabene Schrift entsteht in den letzten Schichten — deshalb reicht ein Filamentwechsel an der Oberkante der Platte. Der Drucker hält an, das zweite Filament kommt in die Düse, die Buchstaben entstehen in der neuen Farbe.
Im Slicer heißt das „Farbwechsel an Höhe“ oder „Pause an Schicht“. Die Modelle hier nennen im Ergebnis die Höhe, an der du wechselst, meist die Plattenoberkante.
Diese Schriften zerfallen im Druck
- Serifen → die Füßchen sind dünner als alle anderen Striche und fallen als Erstes weg → serifenlose Schrift
- Schreibschrift → Haarlinien, die keine Düse trifft → gleichmäßig dicke Striche
- Leichter Schnitt → Striche von 8 oder 10 % der Höhe verdoppeln die Mindestgröße fast → fetter Schnitt
- Schrift unter 5 mm mit der 0,4-mm-Düse → Innenräume von e und a laufen zu → ab 5 mm oder feinere Düse
Druckbar ist, was gleichmäßige, dicke Striche und offene Innenräume hat: eine fette, serifenlose Schrift. Inter Bold erfüllt das und hat große Innenräume bei a, e und g, die auch bei 5 mm frei bleiben. Davon leben der Pflanzstecker und die Hausnummer, deren Schrift oft klein ausfällt.
Weiterlesen: Warum eine Wand aus ganzen Düsenlinien bestehen muss, steht in Wandstärke. Was beim Verkleinern eines Modells mit der Schrift passiert, in Skalieren.






