Du willst einen Halter für deine Bits, Nüsse oder Bohrer drucken und fragst dich, welche Maße er kennen muss? Kaum ein Werkzeug ist so genormt wie diese drei. Ein Halter, der die Norm kennt, passt für alles in der Schublade.
Die Norm macht Marken austauschbar
Ein Bit aus dem Discounter hat denselben Sechskant wie eines von Wera. Ein Bohrer hat die Länge, die die DIN für seinen Durchmesser vorschreibt. Eine Nuss passt auf jede Ratsche ihrer Größe. Für den Drucker heißt das: Du zeichnest einmal nach der Norm und nicht je Hersteller.
Der Außendurchmesser der Nüsse ist nicht genormt, sondern Herstellersache; als Anhalt stehen oben Katalogwerte von HAZET, gemessen am Kopf. SW ist die Schlüsselweite, das Maß der Schraube. Andere Marken liegen einen Millimeter darüber oder darunter. Planst du eine ganze Leiste, misst du die dickste Nuss und gibst sie ein.
Bits brauchen Sechskant plus Entlastungsecken
Schrauber-Bits haben nach ISO 1173 einen Sechskant von 6,35 mm über die Flächen, das ist ¼ Zoll. Über die Ecken misst er 7,33 mm. Zwei Formen sind üblich:
- C 6.3, die kurze Form: 25 mm lang, glatter Schaft
- E 6.3, die lange Form: umlaufende Nut für die Kugelrastung (die federnde Kugel, die den Bit im Halter hält)
Eine gedruckte Sechskant-Tasche darf nicht auf die Ecken bauen. Die inneren Ecken eines Drucks sind nie scharf, weil die Düse dort einen Radius zieht — genau dort würde der Bit klemmen. Der Bit-Halter löst das wie Fräser in Metall: Jede Ecke bekommt ein kleines Entlastungsloch, die Flächen tragen, die Kanten haben Luft.
Die Tiefe von 10 mm lässt 15 mm zum Greifen. An der Wand sitzt die Tasche mit 0,15 mm Spiel je Seite, das klemmt leicht; auf dem Tisch mit 0,3 mm lose.
Nüsse sitzen auf dem genormten Vierkant
Nüsse führt der Vierkant ihrer Ratsche, und der ist nach ISO 1174 genormt: 6,3 mm für ¼″, 10 mm für ⅜″ und 12,5 mm für ½″. Ein gedruckter Zapfen in genau diesem Maß nimmt jede Nuss der Größe auf, gleich welcher Marke.
Die Nuss hält auf dem Zapfen durch Reibung, nicht durch eine Rastkugel. Darum stellst du den Halt über das Spiel ein. Die Steckschlüssel-Leiste setzt den Zapfen mit 0,8-facher Vierkanthöhe, oben gefast. Die Leiste fragt nach dem Antrieb und der dicksten Nuss, weil deren Außendurchmesser den Abstand der Zapfen bestimmt.
Bohrer werden mit dem Durchmesser länger
Spiralbohrer für Metall folgen der DIN 338, der kurzen Reihe. Der übliche Satz enthält 25 Bohrer von 1 bis 13 mm in Schritten von 0,5 mm. Mit dem Durchmesser wächst die Länge:
- 2 mm: 49 mm lang
- 4 mm: 75 mm
- 6 mm: 93 mm
- 10 mm: 133 mm
- 13 mm: 151 mm
Ein Ständer braucht deshalb Löcher, die mit dem Durchmesser tiefer werden, sonst kippen die langen Bohrer. Der Bohrer-Ständer bohrt 10 mm plus Durchmesser tief, fast die Löcher oben an und schreibt die Größe davor. Holz- und Steinbohrer folgen anderen Normen und Längen; ihre Schäfte sind aber ebenfalls glatt und rund, sodass derselbe Ständer mit eigener Reihe passt.
So viel Spiel bekommt jeder Halter
Ein Halter soll das Werkzeug halten, aber hergeben. Spiel ist die Luft zwischen Werkzeug und Tasche, je Seite gerechnet:
Gib Bits im Sechskant 0,15 mm je Seite, wenn sie an der Wand nicht herausfallen sollen; auf dem Tisch 0,3 mm.
Gib Nüssen auf dem Vierkant 0 bis 0,1 mm. Die Reibung wirkt auf vier Flächen; leicht negatives Spiel klemmt, an der Wand erwünscht.
Gib Bohrern 0,3 mm im Loch, unter 3 mm Durchmesser 0,5 mm, weil kleine Löcher im Druck stärker schrumpfen.
Rechne das Untermaß dazu. Ein senkrecht gedrucktes Loch fällt etwa 0,2 mm kleiner aus als gezeichnet.
Der Bit steckt, die Nuss sitzt, der Bohrer kippt nicht.
Für alles ohne Norm, vom Zangensatz bis zur Feile, nimmt die Werkzeugleiste das gemessene Maß an der dicksten Stelle plus 0,5 bis 1 mm. Der Sortierkasten fasst, was keinen eigenen Platz braucht.
Diese Fehler lassen den Halter klemmen
- Sechskant mit scharfen Ecken gezeichnet → die Düse zieht innen einen Radius, der Bit klemmt → Entlastungsloch in jede Ecke, die Flächen tragen
- Alle Bohrerlöcher gleich tief → die langen Bohrer kippen → Tiefe 10 mm plus Durchmesser
- Untermaß vergessen → das Loch ist 0,2 mm zu eng, nichts passt → 0,2 mm zum senkrechten Loch dazurechnen
- Nuss-Außendurchmesser geraten → die Zapfen stehen zu eng, die Nüsse stoßen an → die dickste Nuss messen und eingeben
Weiterlesen: Wie viel Luft eine Passung sonst braucht, steht in Spiel und Passung. Wie das 42-mm-Raster die Schublade ordnet, in Gridfinity.






