Deine Box hat 1 mm Wand, und der Slicer zeigt Lücken darin. Eine Wand aus dem Drucker besteht aus nebeneinander gelegten Linien. Ihre Stärke ist deshalb kein beliebiger Wert, sondern ein Vielfaches der Linienbreite (die Spur, die die Düse ablegt).
Die Düse gibt das Raster vor
Eine Düse mit 0,4 mm legt eine Linie von 0,42 bis 0,45 mm ab, weil das Material beim Andrücken breiter wird. Zwei Linien ergeben 0,85 bis 0,9 mm, drei Linien 1,2 bis 1,3 mm. Liegt die gewünschte Wand dazwischen, muss der Slicer entscheiden: eine Lücke zwischen den Linien lassen oder eine Linie dünner drucken. Beides schwächt die Wand.
Drei Linien sind der Punkt, an dem eine Wand zuverlässig geschlossen ist: zwei Außenlinien und eine Füllung dazwischen, ohne Spalt, ohne Nachbesserung durch den Slicer. Darum setzen die Modelle dieser Seite 1,2 mm als Minimum an. Und darum sind ihre Vorgaben in Schritten von 0,4 mm gedacht.
Wie viel Wand ein Teil braucht
- 1,2 mm für Boxen, Deckel und Fächer, die nichts tragen müssen
- 1,6 bis 2,0 mm für Halter und Haken, an denen gezogen wird
- 2,4 mm und mehr, wenn Schrauben durch die Wand gehen oder Gewinde darin sitzen
Dicker ist nicht automatisch besser. Ab etwa 3 mm zieht sich eine Wand beim Abkühlen stärker zusammen, und die Ecken heben sich vom Bett. Brauchst du mehr Steifigkeit, nimm eine Rippe oder einen Winkel — so wie die Box mit Deckel ihre runden Ecken nutzt.
So legst du die Wandstärke fest
Geh von der Linienbreite deiner Düse aus. Bei 0,4 mm sind das 0,45 mm.
Rechne in ganzen Linien. Drei Linien sind 1,2 mm, vier 1,6 mm, fünf 2,0 mm, sechs 2,4 mm.
Ordne die Aufgabe ein. Nichts tragen: 1,2 mm. Gezogen: 1,6 bis 2,0 mm. Schrauben: 2,4 mm.
Bleib unter 3 mm. Fehlt Steifigkeit, gib eine Rippe oder einen Winkel dazu, keine dickere Wand.
Lass zwischen zwei Teilen 0,2 mm je Seite Luft. Für locker sitzende Teile 0,4 mm.
Der Slicer zeigt in der Vorschau geschlossene Wände ohne Lücke, und die Ecken bleiben auf dem Bett.
Spiel ist der Platz zwischen zwei Teilen
Ein Deckel, der genauso groß ist wie die Öffnung, passt nicht. Für einen Steckdeckel sind 0,2 mm Luft je Seite richtig, für ein Teil, das locker sitzen soll, 0,4 mm. Löcher fallen im Druck rund 0,2 mm kleiner aus als gezeichnet, weil das Material beim Ablegen nach innen drückt.
Diese drei Fehler schwächen die Wand
- Wand zwischen zwei und drei Linien, etwa 1,0 mm → der Slicer lässt eine Lücke oder druckt eine Linie dünner → 1,2 mm, in Schritten von 0,4 mm denken
- Wand ab 3 mm für mehr Stabilität → zieht sich beim Abkühlen stärker zusammen, Ecken heben sich vom Bett → Rippe oder Winkel statt Masse
- Deckel genauso groß wie die Öffnung → passt nicht, weil Löcher 0,2 mm kleiner ausfallen → 0,2 mm Spiel je Seite einplanen
Weiterlesen: Wie viel Luft eine Passung braucht und wie du sie misst, steht in Spiel und Passung. Ob eine Wand schräg stehen darf, in Überhänge und Brücken. Was im Inneren der Wand für Festigkeit sorgt, in Infill und Stabilität.






