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Elefantenfuß: Warum der Steckdeckel unten klemmt — und wie du ihn wegbekommst

Die erste Schicht wird aufs Bett gedrückt und quillt 0,1 bis 0,3 mm nach außen. Oben passt der Deckel, unten klemmt er. Der Slicer nimmt den Rand zurück, eine Fase am Modell macht das Problem von vornherein kleiner.

4Minuten Lesezeit

Dein Deckel geht oben leicht auf und bleibt unten hängen? Die Hülse will in die Bohrung und stoppt nach einem Millimeter? Beides hat dieselbe Ursache, und sie sitzt in der untersten Schicht: dem Elefantenfuß.

Die erste Schicht liegt auf einer heißen Platte

Sie wird bewusst leicht angedrückt, damit sie haftet. Sie kühlt langsamer ab als alles darüber, weil das Bett sie warm hält. Das Material bleibt weich, die nächsten Schichten drücken darauf, und der Rand weicht nach außen aus.

Das Ergebnis ist ein flacher Wulst rundum — meist nur die erste Schicht, bei großen Grundflächen die ersten zwei oder drei. Von der Seite betrachtet steht das Teil auf einem Sockel; dein Fingernagel bleibt an der Kante hängen.

So misst du ihn: Messschieber in der Mitte einer Kante ansetzen, nicht an der Ecke (die ist vom Richtungswechsel geprägt). Breite oben minus Breite ganz unten = Elefantenfuß. Die Backen nur anlegen, nicht drücken — die weiche erste Schicht gibt nach.

Elefantenfuß0,1–0,3 mm0,4-mm-Düse, erste Schicht
Messenoben minus untenMitte der Kante, nicht die Ecke
Kompensation≈ 0,2 mmStartwert, dann nachmessen
Fase im Modell0,5 mmUnterkante außen und an Löchern
Bett PLA45–65 °Cheißer = breiterer Fuß
Bett PETG60–80 °Csauberes Bett hält bei weniger

Zwei Zehntel sind das ganze Spiel

Bei einem Regalklotz spielen 0,2 mm keine Rolle. Ein Steckdeckel mit 0,3 mm Luft je Seite verliert an der Unterkante des Randes 0,1 bis 0,3 mm davon — genau dort, wo der Rand zuerst in die Box eintaucht. Eine Hülse mit 0,1 mm Spiel ist an ihrem Fuß schon Übermaß.

Deshalb passt ein Teil oft „fast“: Es lässt sich ansetzen, weil oben alles stimmt, und klemmt nach einem Millimeter. Wer dann das Spiel im Modell vergrößert, bekommt einen Deckel, der unten passt und oben wackelt. Korrigiere die erste Schicht, nicht das Maß.

So stellst du die Kompensation ein

Jeder Slicer kann die erste Schicht um einen festen Betrag nach innen versetzen. Die Einstellung heißt überall anders, meint aber dasselbe:

  1. Miss den Elefantenfuß an einem gedruckten Teil (oben minus unten, siehe oben). Ohne Messung rätst du.

  2. Trag den Wert im Slicer ein. Startwert 0,2 mm, wenn du nicht gemessen hast.

    • PrusaSlicer: Druckeinstellungen → Erweitert → „Elefantenfußkompensation“ (in den Profilen schon an, 0,2 mm)
    • Bambu Studio: Prozess → Qualität → Präzision — Profile je Drucker 0,15 mm (X1C, P1P), 0,075 mm (A1)
    • OrcaSlicer: Qualität → Präzision, dazu „Kompensationsschichten“, wenn der Wulst höher als eine Schicht ist
    • Cura: „Initial Layer Horizontal Expansion“ als negativer Wert, also −0,1 bis −0,2 mm
  3. Druck das Teil neu und miss nochmal. Ziel: oben und unten gleich breit.

    Der Fingernagel bleibt an der Unterkante nicht mehr hängen, der Deckel geht in einem Zug auf.

Zwei Nebenwirkungen sind normal: In der Vorschau berührt der Brim das Teil nicht mehr (der Spalt füllt sich im Druck). Und ein zu hoher Wert lässt dünne Stege in der ersten Schicht verschwinden. Deshalb mit 0,1 bis 0,2 mm beginnen.

Eine Fase am Modell hilft vor dem Slicer

Der Slicer kann nur wegnehmen, was er kennt. Sicherer ist ein Modell, dem der Wulst nichts anhaben kann: Nimmt die unterste Kante 0,5 mm zurück, hat die erste Schicht Platz zum Quellen, ohne über das Nennmaß hinauszukommen.

Die Modelle dieser Seite bringen diese Fase mit, wo die Unterkante in eine Passung greift: die Schraubdose an Dose und Deckel, die Klappbox, Scharnier, Planetengetriebe, Lager und Gelenkarm. Sie ist eine Treppe aus ein oder zwei Stufen, zusammen 0,5 mm hoch, außen wie an Löchern bis zum Boden.

Bei der Box mit Deckel, der Silica-Gel-Dose und der Adapter-Hülse sitzt das Spiel als Feld im Konfigurator. Klemmt es trotz Kompensation, erhöhst du dort um ein Zehntel.

Diese drei Fehler machen den Fuß größer

  • Düse zu tief → Grate zwischen den Bahnen, hochgerollte Ecken, der Rand quillt am stärksten → Z-Abstand so einstellen, dass die erste Schicht glatt und matt ist, nicht glänzend gequetscht
  • Bett zu heiß → die erste Schicht bleibt länger weich → für PLA 45–65 °C, PETG 60–80 °C; wer für die Haftung 10 °C zugibt, zahlt mit einem breiteren Fuß
  • Spiel im Modell vergrößert statt Schicht korrigiert → Deckel passt unten, wackelt oben → Kompensation zuerst, Maß erst danach anfassen

Weiterlesen: Wie viel Luft eine Passung braucht, steht in Spiel und Passung. Was die erste Schicht sonst noch braucht, in Erste Schicht und Haftung. Das Zusammenspiel von Spiel, Untermaß und Schwindung rechnet der Rechner unter „Passung“ vor.

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