Die Spule sagt „Galaxy Black“, das Teil auf dem Tisch ist anthrazit mit Glitzer. Zwei Rollen „Weiß“ von zwei Marken sind zwei Töne. Was ein Filament wirklich kann, siehst du erst am gedruckten Stück — deshalb ein Chip je Rolle.
Das Etikett zeigt Pigment, der Druck zeigt Schichten
Ein gedrucktes Teil ist eine Fläche aus Linien, und jede Linie streut Licht. Bambu Lab beschreibt es für Silk-PLA: Flach gedruckte Flächen zeigen die Linien und glänzen weniger; eine Außenwand mit 40 bis 60 mm/s glänzt stärker, eine schnellere wird rau und stumpf.
Dazu kommt die Dicke. Eine dünne Wand lässt Licht durch, eine dicke nicht — wo die Grenze liegt, hängt vom Pigment ab. Ein Farbname auf dem Etikett sagt dazu nichts; er ist keine Norm. Der Chip zeigt beides an einem Stück: die Fläche und die Stufen.
Vier Stufen, drei Zeilen, ein Loch
Rechts auf dem Chip liegen vier Felder, je 6 mm breit, mit 0,4, 0,6, 0,8 und 1,0 mm Dicke. Halte den Chip gegen die Lampe und vergleiche die vier Felder: Wo das Licht aufhört, hast du die Wandstärke für Lampenschirm und Lichtkante.
Links steht die Schrift, dreizeilig, in Inter Bold mit 5 mm Großbuchstaben. Sie steht 0,4 mm erhaben, wahlweise 0,4 mm graviert oder erhaben in einer zweiten Farbe. Unter 5 mm zerfällt ein Buchstabe mit der 0,4-mm-Düse — die Rechnung steht in Schrift drucken.
Marke, Material, Düse und Bett gehören drauf
Zeile 1 nimmt die Marke, bis 16 Zeichen. Zeile 2 Material und Farbe, bis 20 Zeichen: „PLA Galaxy Black“. Zeile 3 die Temperaturen für Düse und Bett, bis 10 Zeichen: „215 / 60“. Die kleine Karte lässt die dritte Zeile weg.
Die Temperaturen sind die wichtigste Zeile. Prusa nennt für sein PLA 215 °C in der ersten Schicht, 210 °C danach und 60 °C Bett. PLA anderer Marken liegt laut Prusa zwischen 185 und 235 °C, Silk-PLA nach Bambu Lab bei 210 bis 240 °C. Was für diese Rolle stimmt, weiß der Chip, nicht das Etikett.
Der Turm findet, der Chip bewahrt
Ein Temperaturturm ist ein Testdruck aus Blöcken, jeder Block 5 °C kühler als der darunter, etwa von 230 °C unten bis 190 °C oben. Du liest ihn in drei Fragen: Wo sind die Fäden am wenigsten, die Brücken am saubersten, die Schrift am schärfsten? Dann brichst du die Blöcke mit den Fingern — der kälteste bricht sofort.
So baust du die Bibliothek auf:
Druck bei jeder neuen Rolle den Temperaturturm. Beginn mit der Herstellerangabe in der Mitte des Turms.
Wähle die Mitte des Bereichs, der gut aussieht und hält. Bei hohem Tempo eher das obere Ende.
Druck den Chip aus derselben Rolle mit genau diesen Werten. Flach, Schrift oben, ohne Stützen, mit den Einstellungen, die später für die Teile gelten.
Zieh einen Spaltring 25 mm durch das Loch und häng den Chip zur Sammlung. Ein Ring je Material: PLA, PETG, ASA.
Jede Rolle im Regal hat einen Chip am Ring, und die Zahl auf dem Chip ist die Zahl im Slicer-Profil.
Sammeln am Ring, lagern mit der Rolle
Der Ring hängt neben dem Drucker; die Rolle liegt in der Box mit Silica-Gel-Dose und Filament-Clip. Pappspulen bekommen den Ring für Pappspulen für den Wechsler. Das Sechseck mit 40 mm hängt an der Wabenwand.
Der Chip hat einen zweiten Nutzen: den Vergleich. Kommt ein Druck mit Fäden oder matten Flächen aus dem Drucker, hältst du ihn neben den Chip derselben Rolle. Sieht der Chip besser aus, hat sich das Filament verändert — meist hat es Wasser gezogen, siehe Filament trocknen.
Diese Fehler machen den Chip wertlos
- Chip aus einer „gleichen“ Rolle gedruckt → er zeigt eine andere Charge, oft einen anderen Ton → je Rolle ein Chip, aus dieser Rolle
- Temperaturen vom Etikett statt vom Turm → das Profil stimmt nicht, der Chip lügt mit → Turm zuerst, dann Chip
- Chip mit 0,1 mm Schichten gedruckt → die Stufen sind 4 bis 10 Schichten, der Vergleich mit den Teilen stimmt nicht → 0,2 mm, wie die Teile
- Sechseck mit Stufen erwartet → das Sechseck hat dafür keinen Platz → Karte wählen, wenn die Stufen zählen
- Chip mit anderem Wandtempo als die Teile → er glänzt anders als alles, was du druckst → dasselbe Profil wie für die Teile
Weiterlesen: Welches Material bei welcher Temperatur druckt, steht in Material. Warum Pappspulen im Wechsler klemmen, in Pappspule im AMS.






